Auf dem Weg zum klimaneutralen Quartier in Wuppertal

Aufbruch am Arrenberg

Am Arrenberg in Wuppertal hat sich ein ganzes Quartier aufgemacht, bis zum Jahr 2030 CO2-neutral zu werden. Das Projekt "Klimaquartier" ist auch deshalb so spannend, weil es so vielfältig ist.

Es geht nicht nur um eine komplett neue und klimaneutrale Wärme-, Kälte- und Stromversorgung. Nicht nur um eine klimaneutrale und flexible Mobilität, nein es geht genauso auch um Bildung, Kultur, Konsum, Gesundheit und Ernährung. Es handelt sich um einen großen Plan, der alle Menschen im Quartier betrifft. Und zwar mitten in ihrem Alltag.

Darum findet am Arrenberg auch eine Art soziales Experiment statt. Bei den Menschen des Vereins „Aufbruch am Arrenberg“ herrscht eine Familiäre Atmosphäre. Man kennt sich, trifft sich im „Simonz“. So soll es im ganzen Viertel mit seinen über 5000 Bewohnerninnen sein . Die Aktivisten*innen gehen auf sie zu. Sie planen kleine Feste oder Events wie die „Restaurant Days“, wo Menschen in ihre Zuhause einladen. Wer sein Viertel gestalten möchte muss es mit den anderen gemeinsam machen. Dann aber lässt sich viel erreichen.

Mit einem Häuserblock soll es losgehen.

„Wir ersetzen 25 Mal Ineffizienz durch einmal Effizienz. Das heißt, die alten Öfen kommen raus, Wärme und Strom fließen durch ein eigenes kleines Netz“, erklärt Jörg Heynkes vom "Aufbruch am Arrenberg e.V.. Zur Versorgung sollen Solarmodule und ein Blockheizkraftwerk dienen. 25 Häuser sollen mit Rohren verbunden werden und ein eignes Netz bilden, ein „Micro Grid“.

Der Arrenberg galt in den vorherigen Jahren nicht gerade als Vorzeigeecke. Nun ist er weitläufig bekannt, wird auch öffentlich gefördert und ist Teil der KlimaExpo NRW. Dass bald auch die meisten Wuppertal das Projekt aus erster Hand kennen liegt an der „Farmbox“. Diese steht gleich neben einem belebten Supermarkt-Parkplatz. Der ehemalige Seecontainer ist mit Solar- und Windanlage ausgestattet sowie einer Ladestation für Fahrräder. Sie beherbergt zudem einen Wassertank mit Fischen. Die liefern Dünger für das Gemüse in dem Gewächshaus, das Konzept heißt Aquaponik. Was hier in klein zu sehen ist, soll in groß auf einer Stadtfarm entstehen. Wo heute eine Bahn-Brache ist sollen Schüler*innen erleben, wo ihr Essen herkommt. Sollen Fahrradtouristen Entspannung finden. Sollen Arbeitsplätze entstehen. Versorgung direkt vor Ort, mitten aus der Sadt.

Die Farmbox zeigt im Kleinen, was im Großen möglich ist. Und zwar nicht nur im Arrenberg-Quartier, sondern in Quartieren vieler Städte. Die Box informiert darüber, wie erneuerbare Energie, Ernährung und nachhaltige Mobilität vor der Haustür umgesetzt werden können.

Die Stiftung neue Energie hat die "Farmbox" mitfinanziert. Seit ihrer Eröffnung am 22. Juli 2016 dient sie als multifunktionale Pilot- und Demonstrationsanlage zur Kommunikation und Information über das Projekt "Klimaquartier Arrenberg".

www.klimaquartier-arrenberg.de